Forschungsverbund Agrarökosysteme München
Wege zu einer umweltschonenden Landwirtschaft


Kontaktadressen
FAM-Sekretariat
GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit GmbH
Neuherberg, Ingolstädter Landstraße 1
PD Dr. Peter Schröder
85764 Neuherberg
Tel.: 089/3187-4056
Fax : 089/3187-3382
E-Mail: peter.schroeder@gsf.de
FAM-Versuchsstation
TU München Freising-Weihenstephan
Versuchsstation Klostergut Scheyern
Dipl.-Ing. Max Kainz
85298 Scheyern
Tel.: 08441/8092-0
Fax : 08841/8092-92
E-Mail: max.kainz@fam20.weihenstephan.de

Besucherinformation Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des FAM beantworten gerne ihre Fragen zum Projekt und den daraus resultierenden Ergebnissen. Für Besuchergruppen werden Führungen auf dem Versuchsgut und im Labor angeboten.

Finanzierung Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) unterstützt das Projekt seit dem 1.1.1990 als Zentrum für Ökosystemforschung. Der Freistaat Bayern (Ministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst) hat die Pacht- und Bewirtschaftungskosten für das Versuchsgut für 15 Jahre übernommen. Das GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit und die Technische Universität München Freising-Weihenstephan bringen erhebliche Eigenmittel in das Forschungsvorhaben ein.
Der FAM ist in das internationale ökologische Forschungsprogramm der UNESCO "Man and the Biosphere" (MaB) eingebunden.

Ziel des FAM ist es, in einem langfristigen Versuch die ökologischen Folgen von zwei unterschiedlichen Bewirtschaftungssystemen in einem Landschaftsausschnitt zu untersuchen. Dabei sollen Wege der Landbewirtschaftung aufgezeigt werden, die wirtschaftliche Landnutzung mit der Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen unserer Agrarlandschaft zu vereinen.

Klostergut Scheyern Das 150 ha große Gut der Benediktinerabtei Scheyern liegt inmitten des Tertiärhügellandes, ca. 40 km nördlich von München. Bei Projektbeginn 1990 stellte es einen Landschaftsausschnitt mit typischen Problemen einer intensiv genutzten Agrarlandschaft dar: Erosion, Bodenverdichtung, Grundwasserbelastung, Artenarmut durch einen geringen Anteil an Hecken und Feldrainen. Nach einer zewijährigen Bestandsaufnahme mit einheitlicher Nutzung wurde das Versuchsgelände im Herbst 1992 umgestaltet, zwei Bewirtschaftungsysteme (114 ha) und Parzellenversuchsflächen (38 ha) eingerichtet.

Höhenlage und Topographie Das stark hügelige Gelände des Versuchsgutes liegt zwischen 450 m und 490 m über dem Meeresspiegel. An den Hängen ist die Bewirtschaftung erschwert und die Erosionsgefahr erhöht.

Klima Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 7,4 Grad C, die Niederschlagssumme bei 843 mm/Jahr.

Böden Auf dem Versuchsgut ist eine große Zahl verschiedener Bodentypen anzutreffen. Die Tongehalte schwanken von 9-45%. Es dominieren Braunerden mit in der Regel geringmächtigen Lößlehm-Auflagen. Die Ackerzahlen - sie geben Auskunft über die Bodenbonität und die Bewirtschaftungsbedingungen - sind als mittelmäß bis gut einzustufen.

Integrierter Pflanzenbau Ökologischer Landbau
Düngung nach Pflanzenentzug
Pflanzenschutz nach Schadschwellen
Bewirtschaftung nach den Richtlinien der
Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL)
46 ha Betriebsfläche 68 ha Betriebsfläche
66% Acker, 4% Grünland, 20% Brache, 1% Gehölze, 5% Raine-Ranken-Säume 46% Acker, 37% Grünland, 6% Brache, 2% Gehölze, 5% Raine-Ranken-Säume
  1. Kartoffeln
  2. Winterweizen (Senf-Schutzfrucht)
  3. Mais
  4. Winterweizen (Rübsen-Schutzfrucht)
  1. Luzerne-Klee-Gras
  2. Kartoffeln (Senfbeisaat)
  3. Winterweizen (Zwischenfrucht)
  4. Sonnenblumen (Untersaat von 5)
  5. Luzerne-Klee-Gras
  6. Winterweizen
  7. Winterroggen (Untersaat von 1)
  • Ø Schlaggröße 4,3 ha
  • Bodenzahlen 45-68
  • Ø N-Zufuhr 170 kg/ha (mineralisch+betriebseigene Gülle)
  • Ø P-/K-Zufuhr 17/47 kg/ha (betriebseigene Gülle)
  • Ø P-/K-Abfuhr 23/95 kg/ha (Ernte)
  • reduzierte Bodenbearbeitung ohne Pflug
  • Mulchsaat (1)
  • Pflanzenschutzmittel
  • mineralischer Stickstoffdünger
  • organischer Dünger (Gülle)
  • Tierhaltung: Bullenmast (simuliert*)
    49 Fleckviehbullen
    34,3 GVE
    3,7 GVE/ha Gesamtfutterfläche
    0,5 DE/ha zu düngender Fläche
    Vollspaltenboden-Laufstall*
    Lieschkolbenschrotsilage
    * Austausch des eigenerzeugten Maises mit der äquivalenten Güllemenge benachbarter Bullenmäster
  • Ø Schlaggröße 2,2 ha
  • Bodenzahlen 37-66
  • Ø N-Zufuhr 68 kg/ha (betriebseigener Festmist)
  • Ø P-/K-Zufuhr 33/75 kg/ha (betriebseigener Festmist)
  • Ø P-/K-Abfuhr 18/94 kg/ha (Ernte)
  • Pflugeinsatz nach Bedarf
  • Untersaaten
  • organischer Dünger (Festmist, Gülle)
  • Tierhaltung: Mutterkuhhaltung
    30 Kühe (Fleckvieh, Limousin, Pinzgauer)
    1 Bulle (Angus), Kälber und Absetzer (2)
    80 GVE
    2 GVE/ha Gesamtfutterfläche
    0,6 DE/ha zu düngender Fläche
    Sommer: Ganztagsweide
    Winter: Streuschicht-Laufstall
    Gras-Silage, Luzerne-Klee-Gras-Silage, Heu und Mineralstoffe
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Untersuchungsmethode Auf den Flächen des Klostergutes werden umfangreiche Freilandmessungen durchgeführt. Auf Parzellen werden ergänzende Versuche, z.B. zur Bodenbearbeitung angelegt (3). Zur Überprüfung von Feldanalysen wird "der Acker ins Labor geholt" (4). Außerdem werden wichtige Vorgänge im Boden und in der Pflanze an Modellökosystemen studiert. Hierzu werden beispielsweise 2 m lange, ungestörte Bodensäulen untersucht. Daten werden in zwei unterschiedlichen Bereichen erhoben: Im unbelebten, abiotischen Bereich wird beispielsweise die chemische und physikalische Zusammensetzung des Bodens untersucht. Dazu wurden Bodenprofile gegraben (5), wird die Versickerung der Niederschläge im Boden gemessen oder die Abspülung von Boden, Dünger und Pflanzenschutzmitteln in Bäche und Teiche untersucht (6).

Im belebten, biotischen Bereich werden Pflanzen- und Tierarten erfaßt und in ihrer Entwicklung beobachtet (7,8). Schwerpunkte bilden das Ausbreitungsverhalten und Nahrungsnetze.

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  Fotonachweis: Albrecht, Fromm, Goddeng, Kainz, Mühlbauer, Scheinost

Landschaftsgestaltung Bei der Umgestaltung wurden besonders die Ziele des integrierten Naturschutzes verwirklicht: Schutz von Boden, Wasser und Luft; regionaltypischer Flora und Fauna wurden durch Maßnahmen der Landschaftsgestaltung neue Lebensmöglichkeiten geboten; das Landschaftsbild wurde bereichert.

 
Verkleinerung der landwirtschaftlichen Schläge

Neuanlage von Waldrändern, Hecken, Säumen, Brachflächen

Abstandsstreifen entlang empfindlicher Lebensräume wie Teiche oder Bäche

Grünlandansaat an Steilhängen und in Auen

Anlage von Abfluß-Rückhaltebecken

 
Kartenmaterial von TPE3.1 Armin Müller, Ruth Lang


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