Ökosystemforschung im nationalen und internationalen Kontext

Der Forschungsverbund Agrarökosysteme München (FAM) zählt zu den Ökosystemforschungszentren, die - gefördert durch das damalige Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (heute: BMBF) - zwischen 1988 und 1992 ihre Arbeit in Bayreuth, Göttingen, Halle-Leipzig, Kiel und München aufnahmen.

In den frühen 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wuchs auf internationaler Ebene die Erkenntnis, dass monodisziplinäre Forschungsansätze nicht mehr ausreichen, um beobachteten Umweltproblemen zu begegnen. Ein Ausweg schien die ökosystemare Betrachtungsweise. Auf Bestreben der UNESCO  wurde das ‚International Biological Programme‘ (IBP) aufgelegt, um das Wissen um ökologische Wirkungsgefüge in der Umwelt zu vertiefen. Zu den größeren in Deutschland im Rahmen des IBP begonnenen Projekten gehörte das Solling-Projekt (1966-1973).

Anknüpfend an die Erfahrungen aus dem IBP wurde Ende 1970 das UNESCO-Programm ‚Der Mensch und die Biosphäre‘ (MAB) gestartet. Als ein Beitrag zu diesem MAB-Programm ist auf nationaler Ebene in Deutschland die Ökosystemforschung zu verstehen. Sie hat zum Ziel, Belastungen und Belastbarkeiten von Ökosystemen zu ermitteln. Im Fall der Agrarökosysteme ist damit nicht nur ein verbessertes Systemverständnis sondern auch die optimierte Steuerung des Systems im Hinblick auf Ressourcen schonende Produktion verbunden.

Die Agrar-Ökosystemforschung des FAM hat deshalb den Anspruch,

Näheres zur Geschichte der Ökosystemforschung in: Fränzle, O. (1998): Grundlagen und Entwicklung der Ökosystemforschung. In: Fränzle, O., Müller, F., Schröder, W., (1997): Handbuch der Umweltwissenschaften. Ecomed, 3. Erg. Lfg. 12/98