Pressemitteilungen 2000

 

 

FAM immer wieder Ziel interessierter Besuchergruppen

 

Die Versuchsstation Scheyern ist immer wieder Ziel verschiedener Besuchergruppen. So wählten beispielsweise Anfang Oktober rund 80 Lehrkräfte der Fachoberschule und der Berufsoberschule Ingolstadt die Versuchsstation zum Ziel ihres Personalausflugs. Eine chinesische Delegation aus Fachleuten für Ökologie und den Schutz natürlicher Ressourcen besuchte Scheyern in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz).

An dem bis zum Jahr 2003 in unserer Region laufenden Großprojekt FAM (Forschungsverbund Agrarökosysteme München) zeigten sich die Gäste sehr interessiert.

Gestartet wurde das Projekt 1990. Das Versuchsgut in Scheyern befindet sich inmitten des Tertiär-Hügellandes. Die Ackerflächen präsentierten sich vor 10 Jahren mit den typischen Problemen intensiv genutzter Agrarstandorte: Erosion und Bodenverdichtung prägten die extrem wechselnden Böden des Betriebes. Hinzu kam Artenarmut durch einen geringen Anteil an Hecken und Feldrainen.

Heute ist die Versuchsstation in zwei voneinander getrennte Betriebe aufgeteilt. Ein Betrieb bewirtschaftet 76 ha nach den Agöl- Richtlinien für den ökologischen Landbau. Der zweite Betrieb mit ca. 43 ha wird nach den Richtlinien des integrierten Pflanzenbaus geführt. Hinzu kommen bei beiden Betrieben jeweils umfangreiche Versuchsparzellen. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen arbeiten hier zusammen und untersuchen etwa die Verlagerung von Stoffen im Boden, die Grundwasserqualität unter landwirtschaftlich genutzten Flächen, das Verhalten von klimarelevanten Spurengasen, die Anzahl von Wildkräutersamen im Boden und die Erosionsgefährdung der Äcker.

Die FAM -Forschung hat deutlich gezeigt, dass der Stoffaustrag aus Agrarflächen nicht gleichmäßig über den Ackerschlag erfolgt. Deshalb steht die Bewirtschaftung nach Bodeneinheiten jetzt im Vordergrund des Interesses. Bodeneigenschaften und Erträge der Ackerflächen werden mit GPS-gestützten online -Erfassungssystemen und Methoden der Fernerkundung exakt aufgezeichnet und jede Stelle ihrer Qualität entsprechend bearbeitet, um Austräge von Nährstoffen zu vermindern. FAM will eine hohe Produktion zugleich mit einer Verringerung von Umweltschäden verwirklichen sowie grundsätzliche Richtlinien für die landwirtschaftliche Nutzung unserer Landschaften erarbeiten.

Das Angebot, anschaulich Einblick in die aktuellen Forschungsarbeiten des FAM zu nehmen, traf bei den Besuchergruppen auf rege Resonanz. Ab dem Frühjahr 2001 besteht wieder die Möglichkeit, sich auf geführten Rundgängen über die Versuchsstation selbst vor Ort zu informieren.

 

 

 

 

 

 

 

Vom 16.9. bis 24.9. findet in München parallel zum Oktoberfest auf dem südlichen Teil der Theresienwiese das Zentral-Landwirtschafts-Fest (ZLF) statt.

In Halle 7, Stand 7053, befindet sich die TU –Weihenstephan. Dort steht auch das Ausstellungsobjekt des Forschungsverbund Agrarökosysteme München (FAM).

Im FAM suchen zur Zeit rund 60 Wissenschaftler Antworten auf die Frage, wie sich von der Landwirtschaft verursachte Umweltbelastungen minimieren lassen. Was zum Beispiel in den Böden passiert, erschließt sich den Forschern durch umfangreiche Messapparate, die auf der Versuchsstation Scheyern bei Pfaffenhofen installiert wurden.

Böden sind nur oberflächlich sichtbar und werden kaum als wichtige Ressource beachtet, dennoch bilden sie die Basis unseres Lebens. Ohne diese dünne Schicht fruchtbarer Erde, in der die Pflanzen wachsen, die uns und den Tieren zur Nahrung dienen, wäre kein menschliches Leben möglich.

"Boden – ein Puzzle..." unter diesem Leitgedanken plant der FAM auf der Versuchsstation Scheyern einen Erlebnispfad. Ein kleiner Ausschnitt davon ist am ZLF als Exponat zu sehen.

Ein Stehpult gibt beim Öffnen Zugang zu Informationen, ein weiteres lädt zu eigenem Experimentieren ein. Besucher können selbst Forscher spielen und verschiedene Bodenproben testen.

Behälter mit unterschiedlichen Bodenarten, destilliertes Wasser und Lackmuspapier stehen dazu bereit. Kleine und größere "Erdlinge" können sich so über die dünne Haut der Erde auf und von der wir alle leben, Gedanken machen.

 

 

Scheyern. Die Versuchsstation Scheyern war kürzlich Ziel eines Exkursionstags des "Schülerforums Umwelt". Schülerinnen und Schüler, die an einem naturwissenschaftlichen Studium interessiert sind, waren von der Technischen Universität Weihenstephan eingeladen, vor Ort Einblick in die wissenschaftlichen Arbeiten des FAM zu nehmen.

Im FAM (Forschungsverbund Agrarökosysteme München) untersucht man bei einer praxisnahen Versuchsanordnung die langfristigen Folgen ökologischer und integrierter Landbewirtschaftung auf den Naturhaushalt. FAM will eine hohe Produktion zugleich mit einer Verringerung von Umweltschäden verwirklichen sowie grundsätzliche Richtlinien für die landwirtschaftliche Nutzung unserer Landschaften erarbeiten.

Dieses Angebot stieß auf rege Resonanz Anschaulich wurden verschiedene Messgeräte erklärt, z.B. der Hydro-N-Sensor. Das an den Traktor angebaute Gerät kann berührungslos den Ernährungszustand eines Pflanzenbestandes bestimmen. (Siehe Bild) Denn Pflanzen reflektieren das auftreffende Sonnenlicht je nach ihrem Ernährungszustand unterschiedlich, weil ihr Blattgrün minimal verschieden ist. Aber vor allem all das, was für das Auge des Betrachters unsichtbar im Boden passiert, ist für die Forscher von höchstem Interesse, damit die Bodenbearbeitung der jeweiligen Standortqualität immer besser angepasst werden kann.

 

 

 

 

Der Forschungsverbund Agrarökosysteme München (FAM) veranstaltete am 26.2.2000 in Scheyern eine Tagung "Landwirtschaft der Zukunft". Auf der Suche nach umweltschonenden und doch produktiven Bewirtschaftungsformen will der Forschungsverbund noch stärker als bisher in den Dialog mit allen Beteiligten eintreten, vor allem zwischen den Landwirten und den Forschern.

In Kurzvorträgen erläuterten die Wissenschaftler den eingeladenen Landwirten aus der Region und FAM-Mitarbeitern ihre Ansätze für die Bewirtschaftung, die stets von der Frage geleitet werden, welche realistischen Umweltstandards in die Praxis umsetzen lassen. Ziel ist, Strategien zur Vermeidung von Umweltschäden zu untersuchen, wobei die Stickstoffdüngung einen wesentlichen Aspekt darstellt. Bei der Belastung der Atmosphäre mit Ammoniak (über die Gülle) besteht je nach Standort und angebauter Kulturart eine Spannbreite unvermeidbarer Emissionen. Andererseits sind noch große Reduktionsmöglichkeiten, z.B. bei Kartoffeln, möglich. Diese will man in mittels der Forschung als Richtwerte in Zahlen fassen.

Wegen der unterschiedlichen Bodenbedingungen in der Region wäre eine punktuell bedarfsgerechte Düngung ideal. So könnten Nährstoffverluste, die an anderer Stelle Umweltschäden verursachen, vermieden werden. Daher wird im FAM modernste Technik eingesetzt, um in Richtung Präzisions-Landwirtschaft (precision farming) zu gehen. Mittels GPS (Global Positioning System) hat man in Scheyern inzwischen eine über 11 Jahre dauernde Datenserie zusammengestellt. Der Versuchsacker wird in mehr oder weniger große Planquadrate eingeteilt. Aus Ertragsdaten, Bodenbeschaffenheit und Klimabedingungen errechnet ein Computerprogramm, wie viel Dünger für welche Stelle optimal ist. Nun versuchen die Forscher, die Fehlerquoten zu verringern und eine Standardisierung der Informationen zu erreichen.

Zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Landnutzung gehört auch die Erhaltung der biologischen Vielfalt.

 

Eingehende Informationen zur Forschungstätigkeit bekam man an den Infoständen der Wissenschaftler.

Die ebenfalls auf dem Programm stehenden Vorträge und Diskussionen reichten in ihrem Themenspektrum von "Perspektiven der Landnutzung" bis zu "Umweltschonende Landbewirtschaftung".

 

 

Agnes Bergmeister

FAM Versuchsstation Scheyern

85298 Scheyern

Tel. 08441/809243

Fax 08441/809292

mail: agnes.bergmeister@fam20.weihenstephan.de