Versuchsstation Klostergut Scheyern
Bewirtschaftung

Bewirtschaftungssysteme

Das Gelände des Versuchsguts war bei Projektbeginn arm an linearen Landschaftselementen wie Hecken, Rainen und Ranken. Landschaftsprägend ist die sogenannte Pappelallee, die das Gelände durchzieht. Durch die Neuanlage linearer Elemente im Zuge der Landschaftsumgestaltung entstand eine kleinerteilige und abwechslungsreiche Landschaft. Ästhetische Aspekte wurden bei den Überlegungen zum Landschaftsbild berücksichtigt. Aus Erosionsschutzgründen wurden die Schläge verkleinert. Pufferstreifen (Grünland) entlang von Gewässern sollen Bäche und Teiche vor Nährstoffeintrag aus schützen. Dauerbrachflächen (mit und ohne Mahd) bieten naturraumtypischen Tierarten wieder Lebensraum, und die Entwicklung der Pflanzenarten kann auf den Sukzessionsflächen (Dauerbrachflächen ohne menschliche Eingriffe) beobachtet werden. Zeitgleich zur Landschaftsumgestaltung wurden zwei Bewirtschaftungssysteme eingerichtet und Flächen für Parzellenversuche ausgewiesen. Von Herbst 1990 bis Herbst 1992 waren die gesamten Ackerflächen des Versuchsguts einheitlich bewirtschaftet worden: 1991 waren die Äcker mit Winterweizen, 1992 mit Sommergerste bestellt. Düngegaben und chemischer Pflanzenschutz waren einheitlich. Standortunterschiede konnten somit dargestellt, und relativ gleiche Ausgangsbedingungen für die Projekthauptphase geschaffen werden.

Betriebssysteme seit Herbst 1992

Integrierter Landbau

Im Gelände verlaufen zwei stets wasserführende Gräben und drei große Hangmulden, die es erlauben, Stofflüsse infolge von oberflächlichem Abfluß zu erfassen. Bei der Bewirtschaftung werden die Ziele des Boden-, Luft- und Gewässerschutzes berücksichtigt, indem die Bodenbearbeitung reduziert wird, Pflanzenrückstände an der Oberfläche verbleiben, Breitreifen eingesetzt werden und Pflanzenschutzmittel nach Schadschwellen eingesetzt werden. Stickstoff wird entsprechend dem Pflanzenentzug gedüngt. Mit P und K wurden die meisten Flächen stark angereichert, sodaß mindestens für fünf Jahre keine Düngung der Ackerflächen mit diesen Nährstoffen notwendig ist.


Abb. Bodenbearbeitung mit Breitreifen

Der Betrieb soll unter Einsatz derzeit zugelassener Betriebsmittel eine optimale Kombination von Umweltqualität und Einkommen verwirklichen. Seine Haupteinnahmequellen sind der Verkauf der Bullen und Kartoffeln und direkte Einkommensübertragung für die Pflege der Naturschutzflächen.


Abb. Umweltschonende Gülleausbringung

Tiere

Im integrierten Betrieb wird eine Bullenmast simuliert, indem der auf den Flächen dieses Betriebes geerntete Silomais gegen die entsprechende Menge an Gülle an benachbarte Bullenmäster abgegeben wird. Der Betrieb hat kaum Verwendung für Grünland: nicht geeignete Flächen werden brach liegengelassen und gemulcht.

Ökologischer Landbau

Der Betrieb soll einen weitgehend geschlossenen Betriebskreislauf aufweisen. Die Nährstoffe P und K sollen aus dem Bodenvorrat mobilisiert werden, N über Leguminosen eingebracht werden. Weder mineralischer N-Dünger noch chemische Pflanzenschutzmittel dürfen in diesem Teilbetrieb eingesetzt werden. Ziel ist ein Maximum von Umweltqualität. Durch Programme erzielt dieser Betrieb in erheblichem Maße direkte Einkommensübertragungen.


Abb. Getreide mit Untersaat Kleegras

Gemäß der EG-Richtlinie darf der "Öko-Betrieb" ab dem dritten Umstellungsjahr mit dem Etikett "Ökologischer Landbau - EG-Kontrollsystem" für seine Produkte werben. Bei den bundesweiten Anbauverbänden für ökologischen Landbau "Bioland" und "Naturland" ist das Versuchsgut Mitglied.

Zu diesem Betrieb gehört eine Mutterkuhherde, die im Sommer die zum Teil steilen Grünlandflächen beweidet und im Winter das Klee-Luzernegras und Heu nutzt.


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