TP: DI 3 Kurztitel: Bodenorganismen
Thema: Einfluß landwirtschaftlicher Nutzungssysteme auf die mikrobielle Diversität und den Gaeumannomyces-Befall
Antragsteller: Dr. M. Schloter, Dr. M. Lebuhn, PD Dr. A. Hartmann, Prof. Dr. J.C. Munch
Institution: GSF - Institut für Bodenökologie
Teilprojektleiter: Dr. M. Schloter
Zusammenfassung:
Die Leistungen von Bodenmikroorganismen (Bakterien und Pilze) sind Grundlage für die Stoffkreisläufe und die Nährstoffversorgung der Pflanzen. Die Bodenbewirtschaftung hat wesentliche Einflüsse auf die Bodenmikroflora und die Pflanzengesundheit, wobei auch symbiontische oder pathogene Mikroorganismen gefördert oder unterdrückt werden. Gaeumannomyces graminis var. tritici (Ggt) kann hohe Ertragsausfälle im Weizenanbau verursachen. Ggt-Epidemien sind weltweit ein Problem, und der Schadpilz führt auch auf der FAM-Versuchsstation Scheyern zu Ernteeinbußen. Die Erfassung der mikrobiellen Populationen und ihrer Leistungen soll mit einem hierarchischen Methodenansatz (mikrobielle Biomasse als Summenparamater, Phospholipidfettsäure- und 16S/18S rDNA-Muster, Mikrodiversität einer Indikatorart) auf ausgewählten Flächen beider Bewirtschaftungssysteme vorgenommen werden. Das Auftreten von Ggt in der Weizenrhizosphäre soll bei ökologischer und integrierter Bewirtschaftung verfolgt und der Einfluß von Ggt auf die mikrobielle Diversität in der Rhizosphäre mit molekularen Methoden untersucht werden. Auf der Basis der Populationszusammensetzung der bakteriellen und pilzlichen Rhizosphärenmikroflora im Ggt-suppressiven Stadium sollen potentielle Ggt-Gegenspieler identifiziert werden. Ziel ist, durch die Ableitung von integrierten mikrobiellen Qualitäts-, Umwelt-, und Produktionsindikatoren Kriterien für nachaltige und produktive landwirtschaftliche Nutzungssysteme zu entwickeln und neue Ansätze für eine biologische Kontrolle von Ggt zu finden.