TP: LQ2 Kurztitel: Mykotoxine
Thema: Mykotoxinbelastung von Getreide aus ökologischem bzw. konventionellem Landbau
Antragsteller: Prof. Dr. Johann Bauer
Institution: Lehrstuhl für Tierhygiene, TUM
Teilprojektleiter: Prof. Dr. Johann Bauer
Bearbeiter: Dr. I. Schneweis
Zusammenfassung:

Die Form der Bewirtschaftung (z.B. wendende oder nicht wendende Bodenbearbeitung, Fruchtfolge, Anwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln) kann Einfluß auf das Leben und Überleben von Pilzen in Ökosystemen haben. Daher wird immer wieder die Ansicht vertreten, dass Getreide aus ökologischem Anbau stärker mit Mykotoxinen belastet sei als Getreide, das nach konventionellen Methoden produziert wird. Das Ziel dieses Vorhabens ist deshalb zu objektivieren, inwieweit tatsächlich durch die Bewirtschaftungsform der Mykotoxingehalt im Getreide beeinflußt wird und ob sich dies gegebenfalls auf die Gesundheit von Tieren auswirkt.

·      In 3 aufeinander folgenden Jahren (1999-2001) wurden die Weizensorten „Contur“ (stark „Fusarium-anfällig“), „Batis“ (geringere Anfälligkeit) und „Petrus“ (widerstandsfähig) jeweils unter ökologischen und konventionellen Bedingungen angebaut und in einem 28-tägigem Fütterungsversuch an Schweinen getestet.

·      Die mykotoxikologische Untersuchung der verschiedenen Weizenchargen ergab, dass in den Proben Zearalenon, Deoxynivalenol und Nivalenol vorhanden sind. Die nachgewiesenen Mykotoxin-Gehalte variieren sehr stark, so dass sich eine Differenzierung zwischen ökologischem und konventionellem Getreide bisher nicht abzeichnet. Vergleicht man diese Werte mit den von der DLG vorgeschlagenen Orientierungswerten für Schweinefutter, so sind die meisten nachgewiesenen Gehalte eher als gering einzustufen.

·      Bezüglich des Allgemeinbefindens der Tiere können keine auffallenden Differenzen zwischen den beiden Versuchsgruppen festgestellt werden.

·      Die makroskopische Untersuchung der inneren Organe zeigt keine auffälligen Befunde.

·      Alle untersuchten Blutparameter befinden sich in dem als physiologisch geltenden Normbereich.

·      Die Schweine der „ökologischen Produktion“ weisen tendenziell eine bessere Gewichtsentwicklung auf.

Die mit ökologisch erzeugtem Getreide gefütterten Schweine weisen bei allen 3 Sorten in beiden Versuchsjahren geringere Zearalenon-Konzentrationen (einschließlich a- und b-Zearalenol) in der Gallenflüssigkeit auf als die Tiere der konventionellen Produktion. Die Deoxynivalenol-Resultate zeigen diese Tendenz nicht; dies dürfte mit der kurzen biologischen Halbwertszeit in Zusammenhang stehen.