TP: PG 3 Kurztitel: Langzeitmonitoring und Indikatoren
Thema: Flächen- und betriebsbezogene Indikatoren auf der Grundlage des Langzeitmonitorings
Antragsteller: Dr. R. Gutser1, Dr. H.J.Reents2
Institution: 1Lehrstuhl für Pflanzenernährung, TUM
2Koordinator für ökologischen Landbau, TUM
Teilprojektleiter: Dr. R. Gutser, Dr. H. J. Reents
Bearbeiter: Dr. U. Matthes1
Zusammenfassung:

Durch die Auswertung der langjährigen Erhebung wichtiger Boden- und Pflanzenparameter sowie die Analyse von Stoffflüssen und Bewirtschaftungsvorgängen mit Hilfe eines Betriebsbilanzierungsmodells (REPRO) wird eine umfassende ökonomische und ökologische Bewertung von Landnutzungsveränderungen auf Schlag- und Betriebsebene ermöglicht. In Teilbereichen von Stoffkreisläufen (z.B. Ammoniak-Emission) werden noch bestehende Datenlücken durch orientierende Messungen  und geeignete Modellansätze geschlossen.
Zur Analyse und Bewertung von Stoffflüssen und Nährstoffbilanzen (N, P, K) werden aussagekräftige Indikatoren entwickelt. Die Bewertung der Nachhaltigkeit der Landnutzung schließt die Definition von Orientierungswerten ein, die einen Ausgleich zwischen produktionsbezogenen Ansprüchen („unvermeidbare Verluste“) und ökologischen Restriktionen („critical levels und loads“) darstellen. Die Ergebnisse des Teilprojekts münden in Handlungsempfehlungen für die landwirtschaftliche Praxis und politische Beratung ein.

Die in Scheyern praktizierte ressourcenschonende Wirtschaftsweise hat erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Nährstoffbilanzen und Nährstoffverluste. Während die flächenbezogenen P- und K-Salden in beiden Betrieben von 1995 bis 2000 mehr oder weniger ausgeglichen sind oder leicht negativ ausfallen, liegen die N-Salden im ökologischen Betrieb im Mittel leicht im Plus (+20 kg N ha-1 a-1); im integrierten Betrieb liegt der durchschnittliche Saldo von 1995 bis 2000 mit 81 kg N ha-1 a-1 auf einem sehr hohen Niveau. Die Analyse und Bewertung unterschiedlicher N-Verlustpfade in Atmo- und Hydrosphäre (NH3, N2O, NO3) läßt aber erkennen, dass der hohe N-Saldo im integrierten Betrieb keine Belastung der angrenzenden Ökosysteme hervorgerufen hat. Die kalkulierten N-Verluste können nur etwa zur Hälfte die im N-Saldo quantifizierten potenziellen N-Verluste erklären. Orientierende Bodenuntersuchungen an wenigen Dauermesspunkten lassen vermuten, dass etwa die Hälfte dieses N-Saldos in der organischen Bodensubstanz immobilisiert wurde. Letztlich kann jedoch nur die derzeit ablaufende flächendeckende Bodeninventur verlässliche Zahlen zur C- und N-Entwicklung der Böden während der nunmehr 10-jährigen Umstellung der Nutzung liefern. Unabhängig von den kalkulierten N-Überschüssen sind Toleranzwerte für ökologisch akzeptable und ökonomisch tragfähige Nährstoff-Salden zu diskutieren. In diesem Zusammenhang sind pauschale Vorgaben zur Bewertung der Umweltverträglichkeit landwirtschaftlicher Betriebe ohne Berücksichtigung der Betriebssysteme (mit und ohne Tiere) und Standortbedingungen nicht hilfreich.

Aktuelle Veröffentlichungen:

Gutser R., Matthes U., 2001. Gute fachliche Praxis der Düngung aus Sicht der Ökonomie und Ökologie. In KTBL-Schrift 400: Gute fachliche Praxis – Welchen Beitrag leistet die Verfahrenstechnik?, 91-102, ISBN 3-7843-2124-0. http://www.wzw.tum.de/pe/publikationen.html

Matthes U. et al., 2001. Stickstoffverluste durch ressourcenschonende Be­wirtschaftung – dargestellt am Beispiel des Versuchsgutes Scheyern. VDLUFA-Schriftenreihe 57, im Druck.

Weinfurtner K. et al.,  2001. Nährstoffbilanzierung auf der Versuchsstation Klostergut Scheyern mit Hilfe des Betriebsbilanzierungsmodells REPRO. VDLUFA-Schriftenreihe 57, im Druck.