Versuchsstation Klostergut Scheyern
Bewirtschaftung

Informationen zur Rinderhaltung auf dem Klostergut Scheyern
Stand: 7. Februar 2001
Max Kainz

Die Rinderhaltung wurde 1993 im Rahmen des Ökobetriebes der Versuchsstation wieder aufgenommen und eine Mutterkuhhaltung mit Mast der Kälber eingerichtet. Bei einer Mutterkuhhaltung werden die Kühe nicht gemolken, sie säugen ihr Kalb bis es sich selbst ernähren kann. Alleiniger Zweck der Kühe ist es, jedes Jahr ein Kalb zu gebären und es aufzuziehen. Daher wird auch kein Milchaustauscher eingesetzt - es würde auch keinen Sinn machen, da die Kühe mit ca. 3.000 l Milch das Kalb optimal ernähren können. Milchkühe dagegen geben heute im Jahr 6.000, ja bis über 10.000 l Milch und werden sehr viel stärker beansprucht als die Kühe in Scheyern. Die Kälber werden mit 8 - 10 Monate von den Mutterkühen getrennt. Sie bleiben zusammen in einer eigenen Herde bis zu ihrer Schlachtung im Alter von ca. 18 - 22 Monaten.

Die Haltung der Tiere entspricht in allen Punkten der EU-Richtlinie, die seit August 2000 für die ökologische Tierhaltung gilt und ist als sehr artgerecht anzusehen.

Rinder sind Wiederkäuer mit mehreren Mägen, die Gras und Klee verwerten können. Damit ist es möglich, Standorte, die für Ackerbau zu nass, zu steil oder zu buckelig sind, wo aber Gras und Kräuter wachsen können, zu nutzen.

Die Kühe erhalten im Sommer als Futter nur, was auf der Weide wächst und wenn es nötig ist, etwas Heu. Als Ergänzung dazu brauchen sie Salz, das in Form von weißen 5 kg- Steinen zur freien Aufnahme zur Verfügung steht und Mineralien wie Selen und Zink, die in unseren Böden in zu geringer Konzentration vorkommen. Diese werden in gelben Leckschalen angeboten. Die Tiere schlecken davon soviel, wie sie brauchen.

Auch im Stall erhalten die Tiere nur Klee vom Acker und Gras von den Wiesen, die milchsauer vergoren konserviert werden (sog. Silage). Nur die Masttiere bekommen zeitweise 1 - 2 kg geschrotetes Getreide dazu, das bei der Reinigung als zu klein aussortiert wurde, oder Sonnenblumen-Preßkuchen, der übrig bleibt, wenn in der hofeigenen Presse im Kaltpressverfahren Sonnenblumen-Speiseöl abgepresst wird. Dazu gibt es, wie im Sommer, Salz und Mineralien zur freien Aufnahme.

Das Mineralfutter ist im Zuge der BSE-Krise ins Gerede gekommen: viele Hersteller vermahlen Tierknochen und mischen sie ins Futter, um den benötigten Gehalt an Dicalciumphosphat zu erreichen. Das Klostergut verwendet nur Mineralfutter einer Firma, die seit 14 Jahren keinerlei tierische Komponenten ins Futter mischt. Da nur selbst erzeugtes Futter und wie oben erwähnt, Mineralfutter aus zertifizierter Herkunft verwendet wird, erscheint eine BSE-Infektion über die Futterkette unmöglich.

Ganz sicher vor BSE kann das Klostergut aber auch nicht sein: 1993 wurde die Herde mit Kühen aus konventionellen Beständen aufgebaut; diese wurden wohl mit Milchaustauscher aufgezogen und haben vermutlich konventionelles Kraftfutter erhalten. Wenn eine dieser Altkühe - sie sind jetzt mindestens 9 Jahre alt - geschlachtet und verwurstet wird, kommt das Fleisch aber nicht in den Öko-Handel, da das Tier in einem konventionellen Stall geboren wurde. Eine eventuelle Ansteckung eines Kalbes gilt als außerordentlich unwahrscheinlich. Damit weisen die Schlachtrinder des Klostergutes ein sehr hohes, aber nicht 100%iges Maß an Sicherheit gegen BSE auf.

Das angebotene Fleisch stammt von Tieren, die im Alter von 16 - 18 Monaten in der Klostermetzgerei geschlachtet werden. Die Hälften werden zur Fleischreifung im Kühlraum ca. 10 Tage abgehängt, zerlegt, in 10 kg-Mischpakete gepackt und unmittelbar vor dem Verkauf zum Klostergut gebracht. Das Fleisch können Sie auch Online bestellen!

Falls Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns bitte an, am besten am Mittwoch zwischen 8.00 und 12.00 Uhr.